Steganografie

Die Idee, Nachrichten geheim zu übermitteln, ist schon über 2500 Jahre alt. Damals gab es einige Misverständnisse zwischen Persien und Griechenland. Damit die Griechen nicht durch einen Überraschungsangriff der Perser geschlagen werden, schickte ein im Exil lebender Grieche in Persien die Nachricht des bevorstehenden Angriffs auf einer Schreibtafel aus Wachs. Damit die für die Perser geheime Botschaft nicht entdeckt wird, schabte der Grieche das Wachs der Schreibtafel ab, schrieb die Nachricht auf das Holz und goss neues Wachs darüber, sodass es aussah, als führt der Bote eine unbenutzte Schreibtafel mit sich.

Die griechische Königsfamilie bekam die Nachricht, konnte sich so auf den Überraschungsangriff vorbereiten und die Griechen gewannen den Krieg durch taktische Geschicklichkeit.

Nach und nach entstanden verschiedenste Formen der Steganografie, der Kunst, Nachrichten zu verbergen.
In China wurden Mitteilungen zum Beispiel auf kleine Seidestücke geschrieben, diese zu Kugeln geformt, in Wachs getaucht und von dem Boten geschluckt. Nachrichten wurden auch auf die Hinterköpfe der Boten gebrannt und durch die wachsenden Haare nach einigen Wochen verdeckt. Später, in 15. Jahrhundert wird davon berichtet, dass mit einer Chemikalie aus Alaun (Kaliumaluminiumsulfat) und Essig auf die Schalen gekochter Eier geschrieben wurde. Nachdem das Ei geschält war, konnte man die Nachricht lesen, da die „Geheimtinte“ durch die Schale gedrungen war.

Im 2. Weltkrieg wurde die Steganografie ebenfalls verwendet. Die Nachricht wurdem stark verkleinert und auf einem Brief, der belanglose Zeilen enthielt, verschickt. Der „Mikro-Punkt“ wurde bis 1941 nicht entdeckt, das FBI hatte sie nur für Flecken auf den deutschen Briefen gehalten.

Eine weitere Form der Steganografie ist Geheimtinte wie Zitronensaft oder Milch. Ich habe mal den Vergleich gemacht und einen Text aus den beiden Tinten geschrieben und auf dem Gasherd erhitzt. Es funktioniert natürlich auch mit einem Feuerzeug oder dem Bügeleisen, … Es gibt wenige Unterschiede, ich empfehle jedoch Milch, die ist auf weißem Papier weniger sichtbar als der manchmal etwas gelbliche Zitronensaft.

Das Verstecken von Nachrichten findet auch Anwendung manchen Krimis. Das Entführungsopfer darf noch einmal telefonieren und sagt dann einen Satz, der in sich schlüssig ist und den Ermittlern den entscheidenden Tipp gibt. Zum Beispiel: „Grüß‘ Friedrich von mir. Ich komme wohl später zu seinem 12. Geburtstag…“ und dann sitzen die Entführer in der Friedrichstraße 12…so einfach ist das :-)

Einen Nachteil hat die Steganografie jedoch…die Nachricht wird nur versteckt und was versteckt ist, kann gefunden werden. Wenn die Botschaft abgefangen wird und das Versteck gefunden wird, liegt sie dem Feind ohne weiteres offen. Das war der Grund, aus dem gleichzeitig die Kryptografie entstand, die den Sinn der Nachricht verschleierte.