Caesar-Verschlüsselung

Cäsar-Verschlüsselung

Julius Caesar war wohl der Erste, der die so genannte Substitution als Verschlüsselungsmethode im großen Stil betrieb. Substitution bedeutet soviel wie „austauschen“, d.h. 1 Buchstabe des Klartextalphabets wird durch einen anderen des Geheimtextalphabets ausgetauscht.

Der Klartext ist, wie der Name schon sagt, die unverschlüsselte Nachricht, die verschlüsselt werden soll und als Geheimtext übermittelt wird.

Die Verschlüsselung ist einfach. Man nimmt sich ein Blatt Papier und einen Stift und schreibt das deutsche Alphabet von A – Z darauf. Dann sucht man sich einen zweiten Buchstaben, zum Beispiel das D, welchen man unter das A schreibt. Von diesem D ausgehend wird das Alphabet nun fortgesetzt, mit E F G H I… . Ist man bei Z angelangt, beginnt man wieder mit A, bis die zweite Zeile komplett mit Buchstaben aufgefüllt ist. Diese beiden Buchstabenzeilen sind der Schlüssel.

Klartextalphabet:   A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Geheimtextalphabet: D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A B C

Weiter gehts mit der zu verschlüsselnden Nachricht, zum Beispiel: Treffen uns heute abend, acht Uhr. Nun wird jeder Buchstabe im Klartext mit dem darunterliegendem Geheimtextbuchstaben ausgetauscht. Heraus kommt folgendes:

Klartext:   TREFFEN UNS HEUTE ABEND, ACHT UHR.
Geheimtext: WUHIIHQ XQV KHXWH DEHQG, DFKW XKU.

Die verschlüsselte Nachricht kann nun per Post oder E-Mail übermittelt werden, ein Dritter, der die Nachricht heimlich lesen würde, kann aus dem Buchstabensalat keine Information über ein heimliches Treffen herausbekommen, wenn er den Schlüssel nicht kennt.

Bei der Entschlüsselung wird der Mechanismus einfach umgekehrt. Voraussetzung dafür ist, dass ein Teil des Schlüssels bekannt ist, zum Beispiel das Buchstabenpaar AE oder KO, woraus man sich der restliche Schlüssel ableiten lässt.

Benutzt man die Caesar-Verschlüsselung öfter, ist es hilfreich, sich eine Caesar – Scheibe anzufertigen.
Dazu werden einfach 2 verschiedengroße Pappscheiben ausgeschnitten und in der Mitte verbunden (zum Beispiel mit einer Spreizklammer). Wie auf dem Bild werden beide Scheiben nun mit dem Alphabeth beschriftet.

Die Cäsar-Scheibe

Eine Möglichkeit, dieser Gefahr zu entgehen ist, das Geheimtextalphabet aus einer wirkürlichen Abfolge von Buchstaben zusammenzusetzen. Für Dritte ist es so sehr schwer, von dem Geheimtext auf den Schlüssel zu schließen.

Positiv anzumerken ist, dass die Caesar-Verschlüsselung sehr leicht anzuwenden ist und ein hohes Maß an Sicherheit bietet. Es bedarf keiner großen Anstrengung, den Schlüssel festzulegen beziehungsweise den Geheimtext mit Hilfe des Schlüssels zu entschlüsseln.

Um einen einfachen und dennoch sicheren Schlüssel zu finden, kann man dieses auch mit einem Schlüsselwort erzeugen. Nimmt man zum Beispiel „Julius Caesar“ als Schlüsselwort, müssen im ersten Schritt die doppelten Buchstaben in dem Namen verschwinden, man erhält JULISCAER. Dies wird der Beginn des Geheimtextalphabets, die restlichen freien Stellen werden mit dem normalen Alphabeth aufgefüllt, aber Vorsicht: es dürfen keine Buchstaben doppelt vorhanden sein.

Klartextalphabet:   A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Geheimtextalphabet: J U I L S C A E R T V W X Y Z B D F G H K M N O P Q

Der Kampf der Verschlüßler gegen die Codebrecher war somit eröffnet, es stand 1:0 für die Verschlüßler.

 

[Bildquelle: http://save-letter.blogspot.de/2009/04/die-casar-scheibe.html]