Sten Nadolny – Selim oder die Gabe der Rede

Technische Daten:

Bookcrossing: http://www.bookcrossing.com/journal/11740018/
ISBN: 978-3492029780
Seiten: 501
Erscheinungsjahr: 1990

Der eine will um jeden Preis ein großer Redner werden, obgleich ihm nichts schwerer fällt als das freie Sprechen. Der andere träumt von einem sorglosen Leben inmitten einer Schar von Freunden. Nichts scheint Alexander, den neunzehnjährigen Studenten aus Rosenheim, und Selim, den einundzwanzigjährigen Amateurringer aus der Südtürkei, zu verbinden – bis Alexander in Selim den geborenen Erzähler und seinen möglichen Lehrmeister entdeckt.

Das Buch ist recht interessant aufgebaut, es gibt kurze Kapitel, entweder aus Selims oder aus Alexanders Sicht geschrieben, unterbrochen von Tagebucheinträgen des Autors, welcher jedoch gleichzeitig Alexander ist. Zum Ende überlagern sich diese beiden Erzählstränge.

Dieses Buch habe ich mit geteilten Gefühlen gelesen. Ich muss ehrlich gestehen, dass mich das „25jährige Panorama der Bundesrepublik“ neugierig auf das Buch gemacht hat. Teilweise wurde diese Neugier auch befriedigt. Ich fand es sehr spannend zu erfahren, wie das damals mit den Gastarbeitern aus der Türkei so war. Auch dieses leicht-neurotische von Alexander hat mir gut gefallen. Doch leider sind all diese Eindrücke nur ein Solala im Gesamteindruck. Die letzten 50 Seiten gingen mir echt schwer von der Seele, könnte aber auch daran liegen, dass dieser ganze innere Monolog des Protagonisten nicht so fesselnd war. Freuen wir uns auf das zweite Buch des Autors, dieses will schließlich auch noch gelesen werden.

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