Josef Haslinger – Opernball

Technische Daten:

Bookcrossing: http://www.bookcrossing.com/journal/11296809/
ISBN: 978-3596135912
Seiten: 480
Erscheinungsjahr: 1997

Die Gäste des Wiener Opernballs werden zum Ziel eines Terroranschlags. Ein Fernsehjournalist, der die Live-Übertragung aus den Ballsälen koordinieren soll, beobachtet das Verbrechen auf den Monitoren. Sein eigener Sohn ist unter den Opfern. Die Kameras laufen weiter und senden weltweit auf zahllose Bildschirme das Sterben von Tausenden. Der TV-Journalist versucht, von Trauer um seinen Sohn getrieben, die Hintergründe des Anschlags zu klären. Sie sind verworren, von Schlamperei und Zufällen geprägt. Mindestens so verworren wie das Weltbild jener kleinen Gruppe, die das Morden vorbereitete. Josef Haslingers spannender Medienroman und Politthriller entwirft das Panorama einer vom Terrorismus bedrohten Wohlstandsgesellschaft. Er zeigt die grotesken politischen Widersprüche auf zwischen Liberalität und Bedürfnis nach Sicherheit; den kaum kontrollierbaren Einfluß des Fernsehens auf Alltagsleben und Regierungsentscheidungen sowie das fatale Zusammenwirken von wiederaufflammendem Nationalismus, Fremdenfurcht und politisch motivierter Gewalt.

Den Rahmen bilden Zeitungsartikel, in denen die Konsequenzen des Anschlags auf Polizeiseite behandeln. Danach folgen als Bandaufnahmen die Eindrücke rund um sowie vor dem Anschlag. So wird nach und nach klar, warum was passiert, warum der Polizist am Anfang einen Finger findet, wird erst zum Ende hin klar, auch andere Ereignisse klären sich mit den Bandaufnahmen.

Am Anfang habe ich echt gedacht, dass es eine kleine Qual wird, dieses Buch zu lesen, die ersten Kapitel, vor allem rund um die Kindheit des Geringsten waren schon etwas verwirrend. Das hat sich dann aber sehr schnell gelegt, denn schon bald sind erste Parallelen in den Geschichten erkennbar gewesen. Zum Ende hin sehr spannend, denn wirklich erst auf den letzten 30 Seiten erfährt man, was wirklich passiert ist, wie es wirklich war. Als Freund von Verschlüsselung und Steganografie hatte ich außerdem meine Freude an der Kommunikation zwischen dem Geringsten und dem Ingenieur. Und ich fand es sehr… beruhigend, dass der Anschlag nur aus Versehen die Maße angenommen hat, die er am Ende angenommen hat.

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